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Mautgebühren in Europa – ein praktischer Leitfaden Land für Land

Mit dem Auto durch Europa zu fahren bedeutet nicht nur unterschiedliche Verkehrsregeln, Tempolimits und Umweltzonen. In vielen Ländern gibt es auch irgendeine Form von Straßenbenutzungsgebühr. Manchmal handelt es sich um klassische Mautgebühren auf Autobahnen, manchmal um Vignetten, die für einen bestimmten Zeitraum gelten, und manchmal um Brücken, Tunnel oder lokale Straßenabschnitte, für die eine Gebühr erhoben wird.

Für alle, die eine Autoreise durch Europa planen, ist es daher sinnvoll, die Mautsysteme rechtzeitig vor der Abreise zu prüfen. Die Gebührenmodelle können sich von Land zu Land stark unterscheiden, und selbst innerhalb desselben Landes können die Regeln je nach Straßentyp, Fahrzeugtyp oder Zahlungsmethode variieren.

So funktionieren Straßenbenutzungsgebühren in Europa

In der Praxis gibt es drei Hauptarten von Straßenbenutzungsgebühren, mit denen Fahrer von Pkw in Europa üblicherweise konfrontiert werden.

Die erste ist die Vignette. Dabei kauft man die Berechtigung, bestimmte Autobahnen oder Hauptstraßen für einen bestimmten Zeitraum zu nutzen, zum Beispiel für einige Tage, einen Monat oder ein Jahr. In mehreren Ländern ist dies inzwischen digital, was bedeutet, dass die Gebühr mit dem Kennzeichen verknüpft wird statt mit einem Aufkleber an der Windschutzscheibe.

Die zweite ist die klassische Maut. Dabei zahlt man normalerweise für eine bestimmte Strecke, einen bestimmten Straßenabschnitt oder an Mautstationen entlang der Autobahn. In manchen Ländern geschieht dies manuell oder per Karte, in anderen eher automatisch über elektronische Systeme.

Die dritte sind lokale Gebühren, zum Beispiel für Brücken, Tunnel oder bestimmte stadtnahe Durchfahrten. Auch in Ländern ohne nationales Mautsystem können solche Gebühren vorkommen.

Länder, in denen häufig eine Vignette verwendet wird

In mehreren europäischen Ländern ist die Vignette eine gängige Form der Erhebung von Straßenbenutzungsgebühren für Pkw. Das gilt zum Beispiel für Österreich, Bulgarien, Tschechien, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, die Schweiz und Ungarn. In mehreren Übersichten wird auch Moldau unter den Ländern genannt, in denen eine Vignette vorkommt.

Für Reisende bedeutet das, dass es nicht immer eine Mautstation entlang der Strecke gibt. Stattdessen muss die Gebühr oft vorab oder zu Beginn der Nutzung des mautpflichtigen Straßennetzes geregelt werden. Deshalb ist es sinnvoll, sowohl die Gültigkeitsdauer als auch die tatsächlich betroffenen Straßen zu prüfen.

Länder, in denen klassische Mautgebühren üblich sind

In anderen Ländern ist es üblicher, dass man während der Fahrt für bestimmte Autobahnen oder Straßenabschnitte bezahlt. Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Kroatien, Griechenland, Polen, Serbien, Nordmazedonien und die Türkei werden häufig unter den Ländern mit klassischer Maut oder Mautstationen genannt. Auch Albanien, Bosnien und Herzegowina sowie Irland erscheinen in solchen Übersichten.

Für Fahrer bedeutet das in der Praxis, dass die Kosten oft davon abhängen, wie weit man fährt, welche Straßenabschnitte man wählt und manchmal auch davon, wie man bezahlt. An manchen Orten ist Barzahlung noch möglich, während andere Systeme stärker digitalisiert oder mit Kennzeichen und Kameras verknüpft sind.

Länder, in denen es vor allem um Brücken, Tunnel oder lokale Gebühren geht

Es gibt auch Länder, in denen normale Pkw keinem nationalen Mautsystem begegnen, aber an bestimmten Orten trotzdem zahlen müssen. Dänemark wird oft mit Brückengebühren in Verbindung gebracht, Schweden mit Brückengebühren und Staugebühren in bestimmten Städten, Norwegen mit vielen automatischen gebührenpflichtigen Abschnitten, und die Niederlande sowie Island werden oft als Beispiele für Länder genannt, in denen eher begrenzte Gebühren vorkommen können. Auch das Vereinigte Königreich wird häufig als ein Land beschrieben, in dem bestimmte Brücken, Tunnel und besondere Straßenabschnitte gebührenpflichtig sind.

Für alle, die einen Autourlaub planen, ist das wichtig, weil ein Land insgesamt als mautfrei wahrgenommen werden kann, aber auf bestimmten Routen dennoch Kosten verursacht. Das gilt besonders dann, wenn die Reise größere Brücken, Tunnel oder die Einfahrt in bestimmte Stadtgebiete umfasst.

Länder, in denen normale Pkw häufig ohne nationale Straßenbenutzungsgebühr fahren

Es gibt auch mehrere europäische Länder, in denen Pkw in der Praxis einen Großteil des Straßennetzes ohne nationale Maut oder Vignette nutzen können. In verschiedenen Übersichten werden zum Beispiel Deutschland, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Belgien und die Ukraine als Länder genannt, in denen Pkw grundsätzlich nicht unter ein breites nationales Gebührensystem für Autobahnen fallen. Deutschland wird oft als klares Beispiel für ein Land hervorgehoben, in dem Autos unter 3,5 Tonnen die Autobahnen ohne übliche Autobahnmaut nutzen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass niemals Kosten anfallen. Lokale Ausnahmen, besondere Brücken, Tunnel oder andere Gebühren können auch dort existieren, wo es kein nationales System gibt. Deshalb ist es sinnvoll, die konkrete Route zu prüfen und nicht nur das Land insgesamt.

Länderübersicht für Autoreisen in Europa

Nachfolgend folgt ein allgemeiner Überblick über viele übliche Reiseländer in Europa. Ziel ist es, ein praktisches Bild davon zu geben, welche Art von Straßenbenutzungsgebühr vorkommen kann.

Albanien – auf bestimmten Straßenabschnitten können Gebühren anfallen.
Andorra – lokale Gebühren können vorkommen, insbesondere im Zusammenhang mit bestimmten Tunneln.
Belgien – Pkw können in der Praxis normalerweise ohne nationale Autobahngebühr fahren.
Bosnien und Herzegowina – auf bestimmten Straßenabschnitten gibt es Mautgebühren.
Bulgarien – auf Teilen des Straßennetzes wird eine Vignette verwendet.
Zypern – wird auf nationaler Ebene für Pkw in der Regel als gebührenfrei beschrieben.
Dänemark – eine nationale Autobahnmaut ist nicht das Hauptmodell, aber Brückengebühren sind für viele Reisende wichtig.
Estland – Pkw unterliegen in der Regel keiner nationalen Straßenbenutzungsgebühr.
Finnland – eine nationale Straßenbenutzungsgebühr für Pkw ist normalerweise nicht relevant.
Frankreich – klassische Maut ist auf größeren Autobahnen üblich.
Griechenland – auf wichtigen Verkehrsachsen gibt es Mautgebühren.
Irland – gebührenpflichtige Straßenabschnitte kommen vor.
Island – bestimmte lokale Gebühren können vorkommen.
Italien – Mautgebühren sind auf Autobahnen üblich.
Kroatien – Mautgebühren werden auf wichtigen Autobahnen verwendet.
Lettland – Pkw sind auf nationaler Ebene im Großen und Ganzen gebührenfrei.
Litauen – eine nationale Gebühr für Pkw spielt normalerweise keine zentrale Rolle.
Luxemburg – wird in der Regel als gebührenfrei für Pkw beschrieben.
Moldau – in mehreren Übersichten wird eine Vignette erwähnt.
Montenegro – auf bestimmten Abschnitten können lokale Gebühren anfallen.
Niederlande – generell keine breite nationale Maut für Pkw, aber bestimmte besondere Gebühren können vorkommen.
Nordmazedonien – es gibt Mautgebühren.
Norwegen – viele Strecken umfassen automatische Gebühren, Brückengebühren und stadtnahe Durchfahrten.
Polen – bestimmte Autobahnen und Straßenabschnitte sind gebührenpflichtig.
Portugal – Mautgebühren sind üblich, oft mit elektronischen Elementen.
Rumänien – es wird eine Vignette verwendet.
Schweiz – die Vignette ist für die Nutzung der Autobahnen zentral.
Serbien – auf größeren Straßen gibt es Mautgebühren.
Slowakei – es wird eine Vignette verwendet.
Slowenien – es wird eine Vignette verwendet.
Spanien – bestimmte Autobahnen sind gebührenpflichtig, auch wenn das System nicht überall gleich aussieht.
Vereinigtes Königreich – lokale und regionale Gebühren können vorkommen, zum Beispiel auf bestimmten Brücken, Tunneln und besonderen Straßenabschnitten.
Schweden – Autobahnen sind generell nicht gebührenpflichtig, aber Brückengebühren und Staugebühren kommen vor.
Tschechien – es wird eine Vignette verwendet.
Türkei – Mautgebühren sind auf wichtigen Straßen und Brücken üblich.
Deutschland – Pkw können Autobahnen in der Regel ohne nationale Gebühr nutzen, auch wenn an einzelnen besonderen Übergängen spezielle Gebühren anfallen können.
Ungarn – es wird eine Vignette verwendet.
Österreich – eine Vignette ist üblich, und bestimmte Alpenstrecken können eigene Gebühren haben.

Das Wichtigste vor der Fahrt

Das Wichtigste ist nicht nur zu wissen, ob Straßenbenutzungsgebühren existieren, sondern auch, wie sie erhoben werden. Eine Reise durch mehrere Länder kann bedeuten, dass man während desselben Urlaubs auf mehrere unterschiedliche Systeme trifft. Man kann zum Beispiel in einem Land eine Vignette kaufen müssen, im nächsten an einer Mautstation zahlen und später auf der Route noch eine Brücken- oder Stadtdurchfahrtsgebühr haben.

Deshalb ist es sinnvoll, vor der Abreise Folgendes zu prüfen:

ob das Land Vignetten, Mautstationen oder lokale Gebühren verwendet
ob die Zahlung manuell, digital oder über das Kennzeichen erfolgt
ob bestimmte Brücken, Tunnel oder Stadtdurchfahrten eigene Gebühren haben
ob sich das Gebührensystem je nach Fahrzeugtyp oder Routenwahl unterscheidet

Zusammenfassung

In Europa gibt es kein einheitliches Modell für Straßenbenutzungsgebühren. Einige Länder verwenden Vignetten, andere berechnen Gebühren pro Straßenabschnitt, und manche haben vor allem lokale Gebühren für Brücken, Tunnel oder Stadtdurchfahrten. Für alle, die eine längere Autoreise planen, ist es daher sinnvoll, die Route im Voraus zu prüfen und nicht davon auszugehen, dass überall dasselbe Zahlungsmodell gilt.

Autorisierung für das Fahren eines geliehenen Kraftfahrzeugs im Ausland

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